Wirksamer Katastrophenschutz durch regionale Vernetzung

IQIB und der THW-Ortsverband Sinzig führen das regionale Katastrophenschutz-Netzwerk „H-Kat-Net“ unter neuer, gemeinsamer Leitung fort. Beim 7. Treffen des Netzwerks tauschten sich Akteure aus Einsatzorganisationen, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft aus.

THW-Übung

Mit der Fortführung des regionalen Katastrophenschutz-Netzwerks „H-Kat-Net“ unter neuer Leitung von IQIB gemeinsam mit dem THW-Ortsverband Sinzig leisten wir einen aktiven Beitrag zur Stärkung der regionalen und nationalen Aktivitäten des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes.

Das Netzwerk entstand ursprünglich im Rahmen des Bundesforschungsprojekts “Klima-Anpassung, Hochwasser, Resilienz“ (KAHR) und ruhte seit dessen Ende. Damit der wichtige Austausch zwischen den regionalen Akteuren wieder eine feste Plattform hat, führen wir das Netzwerk nun in gemeinsamer Trägerschaft mit dem THW-Ortsverband Sinzig fort.

Damit adressiert IQIB auch auf nationale politische Ziele – denn wie wichtig die Fortführung des Netzwerks ist, zeigt auch der vom Bundeskabinett am 20. Mai verabschiedete Pakt für den Bevölkerungsschutz. Dieser sieht vor, dass Bund, Länder und Kommunen enger zusammenwirken, zivile und militärische Planungen enger verzahnt und das Ehrenamt gestärkt werden. Bis zum Jahr 2029 stellt der Bund dafür rund 10 Milliarden Euro bereit.

Eine gemeinsame Sprache für den Bevölkerungsschutz

Beim 7. Treffen des Netzwerks tauschten sich Akteure aus Einsatzorganisationen, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft beim THW in Sinzig aus. Vor dem Hintergrund einer veränderten geopolitischen Lage plädierte Tom Riedel, der neue Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landes Rheinland-Pfalz, nachdrücklich für eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit und einheitliche Standards. In seinem Grußwort hob er das im Aufbau befindliche Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz sowie das landesweite Lagezentrum positiv hervor. Seine eigene Rolle versteht Riedel dabei als Brückenbauer zwischen den verschiedenen Organisationen sowie der Politik.

THW-Sinzig

Frühwarnsystem als Entscheidungshilfe

Als konkrete Entscheidungshilfe für Kommunen stellte Dr. Oliver Buchholz von der Hydrotec Ingenieurgesellschaft das gemeinsam mit der Inframeta eG entwickelte Frühwarnsystem „AhrSure“ vor. Das webbasierte System bewertet das gesamte Ahr-Einzugsgebiet und soll Verantwortliche aus dem typischen Entscheidungsdilemma zwischen Über- und Unterwarnung herausführen. Angeboten wird die Anwendung als Software-as-a-Service. Die anschließende Fachdiskussion verdeutlichte das große Potenzial, das im weiteren Ausbau der Sensorik und in der systematischen Einbindung lokalen Erfahrungswissens liegt – insbesondere angesichts der laufenden hydromorphologischen Veränderungen entlang der Ahr.

Praxiseinblicke in die Strömungsrettung und den Ortsverband

Einen praxisnahen Einblick in die Einsatztechniken sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Strömungsrettung gab Timo Wassong von der DLRG-Ortsgruppe Remagen e.V. Im Anschluss an den theoretischen Teil hatten die Teilnehmenden auf dem Hof die Gelegenheit, die typische Ausrüstung wie das Raft, Seile und weiteres Material aus nächster Nähe in Augenschein zu nehmen. Zudem präsentierte der gastgebende THW-Ortsverband Sinzig seine Einsatzfahrzeuge, stellte die verschiedenen Fachgruppen vor gab Einblicke in seine Arbeit.
Nach dem erfolgreichen Treffen in Sinzig freuen wir uns darauf, die Netzwerkarbeit unter gemeinsamer Trägerschaft von IQIB und THW-Ortsverband Sinzig fortzuführen, um die regionale Vernetzung des Hochwasser-Katastrophenschutzes weiter zu stärken. Das nächste Treffen ist für den Oktober 2026 geplant.

Weitere Informationen zum Projekt KAHR

Weitere Informationen zu H-Kat-Net


Ansprechpartner am IQIB

Dr. Bert Droste-Franke, Lea-Marie Rokitta