Smart Cities & Krisenresilienz: Minister Michael Ebling zu Besuch am IQIB

Es gibt viele Herausforderungen – und passgenaue Lösungsansätze: Wissenstransfer für den nachhaltigen Wiederaufbau, Smart-City-Förderung für eine lebenswertere Welt, Forschungs-Engagement für die Gestaltung eines International Crisis Centers Ahr (ICCA).

Wo stehen wir, wie sieht unsere Zukunftsagenda für Rheinland-Pfalz aus und welche Projekte bewegt IQIB über die Landesgrenzen hinaus? Darüber diskutierten wir gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Michael Ebling in unserem Innovation Lab.

Gruppenfoto

Michael Boronowsky, Roman Noetzel, Minister Michael Ebling, Wigand Fleischer, Tanja Nietgen, Bert Droste-Franke (v.l.n.r.)

IQIB

Herausforderung Katastrophenschutz

Insbesondere auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes gibt es Herausforderungen, die nur gemeinsam im Zusammenspiel vieler Akteure bewältigt werden können, zeigte der Austausch. Noch in diesem Jahr werde das neue Lagezentrum Bevölkerungsschutz seine Arbeit aufnehmen. Das bundesweit erste 24/7 besetzte Lagezentrum seiner Art, stehe dann den Katastrophenschutzbehörden als übergeordnete, rückwärtige Führungsunterstützung zur Verfügung, betonte Minister Ebling. In den Räumen der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzakademie (LFKA) in Koblenz entstehe dieses hochmoderne Informationszentrum als wichtiger Teil des geplanten Landesamtes für Brand und Katastrophenschutz. Auch für IQIB habe das Thema Katastrophenschutz oberste Priorität, unterstrich Roman Noetzel, Geschäftsführer des Instituts.

Unsere Gesellschaft braucht mehr Resilienz. Wir sind bereits eng mit dem Deutschen Komitee Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV), dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) und dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität vernetzt.

Roman Noetzel, Geschäftsführer am IQIB

Bert Droste-Franke, Leiter „Systemanalyse & gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit“ am IQIB, stellte aktuelle Initiativen und Projektaktivitäten unseres Instituts zu den Themen Katastrophenschutz und Resilienz vor – insbesondere die Projekte ActForAhrtal und das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Klima-Anpassung, Hochwasser, Resilienz“ (KAHR).

Smart City als Chance

Katastrophenschutz ist auch eines von vielen Themen auf der Agenda der Smart-City-Aktivitäten des IQIB, über die Michael Boronowsky, Leiter „Regionale & urbane Innovationssysteme“ am IQIB, Minister Ebling einen Überblick gab. Boronowsky erläuterte am Beispiel der Stadt Haßfurt in Bayern, wie Künstliche Intelligenz für den Hochwasserschutz eingesetzt werden kann. Haßfurt wird als eines von 73 Modellprojekten Smart Cities (MPSC) durch das Projekt des Bundes „Modellprojekte Smart Cities“ gefördert. IQIB verantwortet den Wissenstransfer dieser MPSC sowohl untereinander als auch mit anderen, interessierten, nicht geförderten Kommunen, Gemeinden und Städten. Minister Ebling stellte im Kontext von Smart-City-Lösungen die Bedeutung der Cyber-Sicherheit von Kommunen gegenüber Hacker-Angriffen heraus. „Unsere Kommunen sind stark gefährdet“, sagte Ebling. Eine Orientierungshilfe für Kommunen bietet der „Cybersicherheitskompass für Kommunen“, der im Auftrag der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS), finanziert durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, entwickelt wurde.

Michael Ebling

Minister Michael Ebling im Innovation Lab des IQIB.

IQIB

ICCA – Dokumentation / Besucherzentrum / Forschung

Naturkatastrophen – ihre Ursachen, Auswirkungen und Bekämpfung – sollen im International Crisis Center Ahr (ICCA) für ein breites Publikum erfahrbar und aus der Sicht der Forschung eingeordnet werden. Zudem soll das ICCA dauerhaft ein Ort zur Dokumentation der Flutkatastrophe von 2021 und zum Gedenken an deren Opfer sein.

Als Forschungseinrichtung im Ahrtal und Tochter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) steht IQIB an der Seite der Initiatoren als Partner bereit, um das "Forum Wissen(schaft)“ mit eigener Expertise und seinen nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken zu unterstützen. Bis zur Realisierung des ICCA ist es jedoch noch ein längerer Weg. Damit der so wichtige Raum zum Gedenken und zur Dokumentation schnell geschaffen werden kann, ist aus Sicht von IQIB zunächst eine erste provisorische Umsetzung auf vorhandenen Flächen sinnvoll. Dies unterstrich auch Minister Ebling: „Im Gedenken an die Menschen, die in der Nacht vom 14./15. Juli 2021 oder danach ihr Leben verloren haben, ist ein zentraler Ort des Erinnerns unbedingt notwendig. Es erschüttert mich bis heute zutiefst, dass Menschen in unserem Land so viel Leid erleben mussten, das nicht mehr ungeschehen gemacht werden kann.“ „Als regional verwurzelte Institution stehen wir – wie bereits im unmittelbaren Nachgang der Katastrophe – bereit, hier im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen.“, sagte Wigand Fleischer, Geschäftsführer am IQIB. IQIB hatte unmittelbar nach der Flut zwei Drittel seiner Institutsfläche im Rahmen der Nothilfe für die ärztliche Versorgung im Kreis zur Verfügung gestellt.

Wir können uns sehr gut vorstellen, dass wir bereits dieses Jahr kurzfristig in der Wilhelmstraße mit einer ersten – im Wesentlichen digitalen – Dokumentation beginnen. Ab 2025 könnte dann – nach unserem geplanten Umzug in das Thermalbadehaus – ein erweitertes Konzept an zentraler Stelle in Bad Neuenahr Gestalt annehmen.

Wigand Fleischer, Geschäftsführer am IQIB


Ansprechpartner am IQIB

Roman Noetzel & Wigand Fleischer