Raumfahrttechnologien stärken die gesellschaftliche Resilienz
Das interdisziplinäre „IQIB Orbital Science-Policy Forum“ zeigte Chancen, Risiken und Abhängigkeiten, die durch orbitale Infrastrukturen entstehen.
Dr. Marieluna Frank (Wissenschaftliche Beraterin, IQIB) und Dr. Arne Sönnichsen (Wissenschaftlicher Berater, IQIB).
IQIB / Nathan Dreessen
Raumfahrttechnologien bilden das unsichtbare Rückgrat unserer Gesellschaft: Satelliten sind für moderne Kommunikation, Navigation, Erdbeobachtung und Krisenmanagement unverzichtbar geworden. Wie die orbitalen und terrestrischen Infrastrukturen als Gesamtsystem resilient und zukunftsfähig gestaltet werden können, war das zentrale Thema des „IQIB Orbital Science-Policy Forums“ am 24. September 2026. Die Fachkonferenz wurde von IQIB in Kooperation mit der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR ausgerichtet.
Roman Noetzel, Sprecher der Geschäftsführung (IQIB)
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In vier interdisziplinären Panels diskutierten hochrangige Akteure aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft im Innovation Lab des IQIB über die Schnittstelle von Raumfahrt und Gesellschaft. Mit der rasant wachsenden Zahl orbitaler Systeme im erdnahen Weltraum (Low Earth Orbit – LEO) entstehen neue systemische Risiken und kritische Abhängigkeiten, deren Auswirkungen die Gesellschaft als Ganzes betreffen.
„Sich rapide ändernde Randbedingungen in der Natur, in der geopolitischen und in der LEO-politischen Lage stellen enorme Resilienzanforderungen an die Gesellschaft, die neue Innovations- und Kooperationsansätze fordern“, verdeutlichte Dr. Florian Schwandner, Direktor Anwendung und Wissenschaft bei der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR.
Vorausschauende Begleitung des technologischen Wandels
Genau hier setzt IQIB an: „Seit 30 Jahren steht die Technikfolgenabschätzung im Zentrum unserer Arbeit. Aktuell analysieren wir, welche Auswirkungen Raumfahrtechnologien auf Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft und Politik haben und welche Chancen möglich sind“, erklärte Roman Noetzel, Geschäftsführer am IQIB. Mit dem Science Policy Forum sei es IQIB gelungen, die Non-Space-Community mit der Space Community zusammenzubringen, die Chancen und Herausforderungen der Entwicklungen im Orbit zu identifizieren, neue Initiativen zu starten und das Leistungsportfolio unseres Kompetenzzentrums Raumfahrt.Gesellschaft.Innovationspolitik sichtbar zu machen.
Die Ökonomisierung des erdnahen Weltraums: Innovationsschub durch Kooperation
Die Konferenz beleuchtete auch die wirtschaftliche Dynamik im Raumfahrtsektor. Dipl.-Ing. Volker Schmid, Senior-Berater im Vorstandsbereich des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), hob das Potenzial der sogenannten New-Space-Ökonomie hervor: „Eine Ökonomisierung des Low Earth Orbit bietet viele Chancen für Forschung und Wirtschaft, neue und innovative Ideen umzusetzen“.
Volker Schmid (Senior Berater im DLR -Vorstandsbereich der Vorsitzenden, Deutsches Zentrum für Luft - und Raumfahrt e.V.), Dr. Franziska Zeitler (Abteilungsleiterin Innovation & Neue Märkte, Deutsche Raumfahrtagentur im DLR).
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Dr. Michael Scharnberg, Ministerialrat, Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
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Teilnehmende des IQIB Orbital Science-Policy Forums vor dem Historischen Thermalbadehaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Sitz IQIB: 1. Stock).
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Panel 4: Zukunftsfähige Orbits, Fokus: Wie können orbitale Systeme resilient und nachhaltig bestehen? Wie bedingen sich Resilienz und Nachhaltigkeit in den Erdorbits?
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Panel 3: Innovation und orbitale Ökonomie, Fokus: Innovationsdynamik und wirtschaftliche Resilienz.
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Panel 2: Raumfahrt für Städte und Regionen, Fokus: Wie Regionen von der Raumfahrt profitieren.
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David Bongart (Geschäftsführer Zukunftsregion Ahr e.V.) und Wigand Fleischer (Geschäftsführer, IQIB).
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Panel 1: Raumfahrttechnologien für Krisenbewältigung, Infrastrukturschutz und nachhaltige Transformation, Fokus: Wie kann Resilienz durch Raumfahrt gestärkt werden?
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Keynote: Dr. Florian Schwandner, Direktor Anwendung und Wissenschaft, Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
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Um dieses Potenzial nachhaltig zu nutzen, bedarf es branchenübergreifender Netzwerke. Dr. Franziska Zeitler, Abteilungsleiterin Innovation & Neue Märkte bei der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, betonte: „Branchenübergreifende Kooperationen und Technologieentwicklungen erhöhen die Innovationsdynamik signifikant, indem u.a. Entwicklungszeiten reduziert und Risiken verringert werden“. Eine tragende Rolle als agile „Brückenbauer“ würden hierbei insbesondere Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spielen.
Weltraum als globales Gemeingut schützen
Ein zukunftsfähiger Orbit erfordert klare politische und rechtliche Rahmenbedingungen. Prof. Dr. Kai-Uwe Schrogl, Sonderberater für politische Angelegenheiten bei der European Space Agency (ESA), ordnete die geopolitische Lage ein: „Resilienz im Weltraum zu verfolgen, ist nicht nur legitim, sondern notwendig. Gleichzeitig müssen wir daran festhalten, das Prinzip der friedlichen Nutzung und den Status des Weltraums als globales Gemeingut zu verteidigen.“
Neues IQIB-Kompetenzzentrum „ZukunftOrbit“
Das Forum bildete zudem den Auftakt für das neue IQIB-Kompetenzzentrum für Raumfahrt, Gesellschaft und Innovationspolitik. „Unter der Dachmarke „ZukunftOrbit“ bieten wir Entscheidungsträgern unabhängige, wissenschaftlich fundierte Analysen und unterstützen so komplexe Entscheidungsprozesse sowie die Entwicklung gesellschaftspolitischer Strategien. Dabei bringen wir unsere Expertise in der Innovations- und Transformationsforschung ein“, sagte Wigand Fleischer, Geschäftsführer am IQIB. Das Portfolio des neuen Zentrums umfasst auch Fortbildungen für Executives sowie das Management komplexer Programme und Initiativen.